Frage & Antwort

Frage:

Jutta, während viele kleine Geschäfte schließen, hast du es gewagt, einen Laden zu eröffnen. Was erwartet einen da und... ist dies in der heutigen Zeit nicht ziemlich mutig?

Jutta: Mein kleiner feiner Ökofaktum-Laden ist eine Mischung aus Atelier, Showroom, Laden und "Erfahrungsraum". Wie man hier auf der Seite sehen kann, gibt es ein abwechslungsreiches Sortiment an guten Dingen, jedoch halte ich mein Warenlager klein, um nach Bedarf reagieren zu können und mich nicht unter Druck zu setzen. Mir war es wichtig, etwas ins Leben zu bringen, was mit Achtsamkeit und Bewusstsein zu tun hat, mit Ästhetik und Handwerk - mit dem, was ich für zeitgemäß halte. Ich werde, gemeinsam mit meinen Geschäftspartnern und Kunden, da hineinwachsen. Die Dinge dürfen sich nach und nach weiter entwickeln.

 

Frage:

Jutta, welche Dinge verkaufst du künftig in deinem Laden und warum?

 

Jutta:

In meinem analogen Ökofaktum-Laden biete ich Waren zum Kauf an, die es zum Teil nur hier bei mir gibt, zum Teil bei mir und bei den Menschen die sie gefertigt haben, und zudem Waren, die man auch in wenigen anderen Läden, oder Online-Shops finden kann. Es sind in erster Linie gute Gebrauchsgegenstände. Von der Kerze bis hin zum Wäscheständer...

Bei meiner Auswahl der Produkte entscheidet nicht in erster Linie die Gewinnspanne, die mir aus dem Verkauf zusteht. Stattdessen habe ich ein Sortiment zusammengestellt, was mir gefällt und entspricht, unabhängig von Kalkulationen und Preisverhandlungen mit den Produzenten. So möchte ich auch Dingen einen Raum geben, die man nicht überall finden kann, die es aber verdient haben, gezeigt und gesehen zu werden.

 

Frage:

Kannst du die Sache mit der Gewinnspanne und Kalkulation noch etwas genauer erklären? Gestaltest du deinen Kauf und Verkauf anders, als es andere, „normale“ Läden tun?

 

Jutta:

Im normalen Handel ist eine Gewinnspanne von mehr als hundert Prozent zum Teil Standard. Das heißt, man kauft etwas zu einem Preis ein und schlägt den gleichen Betrag nochmal auf, plus Mehrwertsteuer. Diese Preisgestaltung ist auch oft nötig, um Liefer - und Lagerkosten, Personal und Raummieten bewältigen zu können. Doch da kann eine kleine Manufaktur, die Materialien aus Deutschland bezieht und auch hier fertigt, oft nicht gut mithalten. So stehen viele gute Gestalter mit ihren schönen Waren vor einer ähnlichen Herausforderung: „Wo und wie finde ich Kunden für meine Produkte“? Man geht auf Messen, Märkte und Ausstellungen mit riesigem Aufwand, hat einen eigenen Online-Vertrieb oder eine Internetplattform, auf der man sich mit anderen präsentieren darf. Doch wäre es nicht schön, wenn man diese besonderen Dinge auch im kleinen Geschäft um die Ecke finden könnte?

 

Frage:

Du meinst, so wie es früher mehr oder weniger üblich war?

 

Jutta:

Ja. Ich beschäftige mich schon lange mit der Tatsache, dass es nach und nach in allen Städten mehr oder weniger die gleichen Läden und das Gleiche zu kaufen gibt. Das wirkt sich ja nicht nur auf das Kaufverhalten aus, sondern auch auf die Kultur einer Stadt, die Stimmung der Menschen und auf die Lebensqualität. In Rosenheim hatte ich deshalb das sog. Kunstfenster Rosenheim ins Leben gerufen, ein Schaufenster, und sozusagen eine Non-Profit-Plattform, auf der Gestalter quartalsweise eine Fläche anmieten konnten, um ihre Produkte zu zeigen. Das war ein sehr abwechslungsreiches Erscheinungsbild, da immer 3-4 verschiedene Menschen gleichzeitig ausstellen konnten.

 

Frage:

Nun hast du nicht nur ein Schaufenster, sondern einen Laden hintendran, der zudem Atelier und Showroom ist. Ein multifunktionales Konzept, was vieles möglich macht und sich nicht auf Konsum alleine beschränkt....

 

Jutta:

Hier in meinem analogen Laden gibt es die schönen Dinge zum Anfassen, begutachten, spüren und kaufen. Ich beginne mit einem übersichtlichen Sortiment und einem eher kleinen Lager. Es kann sein, dass dann nicht jedes Teil immer sofort gekauft werden kann und man die Vorfreude auf den neuen Besitz ein wenig auskosten darf. Zudem wird es nach und nach Workshops u.ä. geben. Ich möchte mich von dem was kommt überraschen lassen und nach Bedarf reagieren. Diese Art der Herangehensweise nennt man ja heutzutage „organisches Wachstum“ und dies bedeutet, dass man achtsam einen Schritt nach dem anderen geht, und den Dingen die Chance gibt, sich aus sich selbst heraus zu entwickeln.

Im Ökofaktum-Laden

gibt es Waren,

die in Einbeziehung

von zeitgemäßen Werten,

gutem Handwerk

und

wertschätzendem

Miteinander,

auf schöne

Art und Weise

sinnvoll, ästhetisch

und echt sind.

Der Ökofaktum-Laden ist eine Kombi aus Atelier, Showroom, Verkaufsfläche und bietet bei Bedarf

Raum für Workshops und Kurse.

Dinge dürfen übergreifend geschehen... so wie

im richtigen Leben.